Hilfe für Helfer

9. Juli 2026

Moderne Fahrzeugtechnik erhöht die Insassensicherheit, erschwert Einsatzkräften jedoch oft die schnelle Hilfe, weshalb der TÜV SÜD München das Mitführen einer sogenannten Rettungskarte empfiehlt. „Dieses Infoblatt zeigt fahrzeugspezifisch kritische technische Komponenten, ist besonders für Hybrid- und Elektroautos essenziell und sollte ausgedruckt hinter der Sonnenblende mitgeführt werden“, empfiehlt Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD. Hilfreich ist zudem ein entsprechender Aufkleber vorne links auf der Frontscheibe des Fahrzeugs. Eine Zusammenstellung typspezifischer Rettungskarten bietet TÜV SÜD unter tuvsud.com/de-de/branchen/mobilitaet-und-automotive/downloads-und-tipps/rettungskarte an. Ein entsprechender Aufkleber ist kostenlos in jedem teilnehmenden TÜV SÜD Service Center erhältlich. Zudem bieten Hersteller und Importeure auf ihren Websites entsprechende Informationen.

Der Hinweis zur Rettungskarte signalisiert Hilfskräften, dass Rettungsdatenblätter im Fahrzeug vorhanden sind oder per QR-Code digital abgerufen werden können. Rettungsdatenblätter sind technische Details, die fahrzeugspezifisch sind und somit in kürzester Zeit einen Überblick über ein Fahrzeug geben können. Dadurch können im Notfall Sekunden bis Minuten gewonnen werden. Der technische Gesamtüberblick kann im Einsatz auch Risiken für Insassen und Rettungskräfte verringern. Darüber hinaus stellen moderne Autos mit vielen Airbag Systemen oder mit alternativen Antrieben bei Rettungsarbeiten besondere Anforderungen an die Retter. Es muss eine bestimmte Vorgehensweise beachtet werden und häufig sind die neuen Techniken bei Rettern im Detail noch gar nicht bekannt.

„Ein Problem sind überdies ältere Fahrzeuge“, schildert die TÜV SÜD-Expertin ihre Beobachtungen: „Teilweise wird an der Erstellung von Rettungskarten für solche Modelle gearbeitet. Sprechen Sie diesbezüglich Ihre Fachwerkstatt oder Ihren Fahrzeughersteller an.“ Den alleinigen Einsatz von QR-Codes oder Apps, wie es einige Hersteller anbieten, sieht die TÜV SÜD-Fachfrau mit gemischten Gefühlen: „Sie setzen zumeist voraus, dass man über eine Internetverbindung und die entsprechende Ausrüstung verfügt. Insbesondere im Ausland – etwa auf der Urlaubsreise – ist nicht davon auszugehen, dass dies lückenlos der Fall ist.“ Die gedruckte Rettungskarte ist hier eine einfache und sichere Möglichkeit. Durch die Verwendung der Piktogramme ist die gedruckte Rettungskarte auch ohne deutsche Sprachkenntnisse interpretierbar.